Schreibkraft
Heiner Frost

November 13, 2017
von Heiner Frost
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Stahl – Druck – Kunst: Thomas Kühnapfel

Foto: Christoph Buckstegen

Wer kann schon sagen, wo der Erfolg beginnt? Das hängt nicht zuletzt davon ab, wen man fragt. Wenn einer als Bildhauer eingeladen wird, im Skulpturenpark Wuppertal auszustellen, ist das schon ein bisschen so, als würde ein Schauspieler ans Burgtheater eingeladen.
Trotzdem zählt am Ende nicht die Einladung: Das ist eine Ehre – sicher. Aber in der Kunst hängt vieles davon ab, im richtigen Augenblick am richtigen Ort von den richtigen Menschen wahrgenommen zu werden. Das zumindest ist eine Lesart des Erfolges.

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November 3, 2017
von Heiner Frost
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… wenn man hinunterschaut

Foto: Karl Forster

Es dauert mehr als einen Augenblick, sich den Schrecken aus der Seele zu kratzen. Auf der Bühne ist das Tutti der Akteure – Rücken zum Publikum – zum Standbild erstarrt und befiehlt Innehalten. (Jetzt bitte nicht mehr atmen.)  Erst nach 20 Sekunden – 30 vielleicht – traut sich das Publikum aus der Deckung: Applaus. Man klatscht mit, obwohl doch die Hände fast aufeinandergeforen waren. Die Kälte: Kaum erträglich. Die heile Welt: Außer Sichtweite. Irgendwie abhanden gekommen. Geschreddert.

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Oktober 25, 2017
von Heiner Frost
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Ein weißer Schatten

Das Wort hat Gewicht. Es weckt Vorstellungen – Gnade. Der erste Gedanke: Da ist etwas nicht mit Händen zu greifen – nichts, das sich klar umreißen ließe wie zum Beispiel Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Vielleicht ist Gnade ein weißer Schatten. Der Kopf sagt: Niemand hat einen Anspruch auf Gnade. Gnade, denkt man, ist ein Gedanke am Ende der Paragraphen, aber: Was Gnade bedeutet, hängt natürlich davon ab, wen man fragt und in welchem Koordinatensystem jemand sich bewegt.

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Oktober 21, 2017
von Heiner Frost
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Hubabubatuba oder: Fremde, bewegliche Sachen

Wer arbeitet am Heiligen Abend, nachdem die letzten Geschäfte ihre Pforten geschlossen haben? Krankenhauspersonal, Ärzte, Polizisten, Pastöre … und diese drei: Nennen wir sie Hubba, Bubba und Tubba.

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Oktober 13, 2017
von Heiner Frost
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Die Endlichkeitsmaschine

Wer sagt denn, dass Beuys nicht mehr ist als Filz und Fett? Wie klein wäre dann der Kosmos des Herren mit Hut und Weste? Falsche Folgerung? Einer wie Beuys war mit Schaffenskraft aufgeladen und hätte doch auch in der Beschränkung ein Werk hinterlassen.

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Oktober 6, 2017
von Heiner Frost
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Dialog der Monologe oder: Freund und Kupferstecher

Papier ist flüchtig. Es muss geschützt werden vor Zeit und Zersetzung. Das machen Teile der neuen Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve (mkk) deutlich. Zeichnungen und Kupferstiche von Hendrick Goltzius (1558 – 1617) werden im „Dämmerlicht“ präsentiert. Luxe lauern – Lichtkatzen auf dem Sprung.

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September 29, 2017
von Heiner Frost
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Ende schlecht – alles schlecht

Die Zahl

Warum ist man eigentlich hier? Es ist doch nur einer von unzähligen Drogenprozessen. (Täglichbrot für ein Gericht, das nicht sehr weit vom nächstmöglichen Coffeeshop entfernt liegt.) Vielleicht liegt es an dieser Zahl. Es geht nicht um die sechs Kilogramm Marihuana – da ist diese andere Zahl: 75. Eine Altersangabe.

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September 11, 2017
von Heiner Frost
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Nils Knoblich: Geschichte erzählen

Als die Mauer fiel, war Nils nicht viel mehr als ein Dreikäsehoch. Nils Knoblich, Jahrgang 1984, wurde vom Erzgebirge an den Niederrhein verpflanzt. Mehrhoog zuerst – später zog die Familie nach Haldern. Ein Katzensprung – das Zweite. Davor: Die Weiche in ein anderes Leben.

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August 24, 2017
von Heiner Frost
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Das Loch im Reifen

Man hätte erst um 11.30 Uhr erscheinen müssen. Verpasst hätte man irgendwie nichts. Was dem Angeklagten vorgeworfen wird, ließe sich dem Pressespiegel entnehmen.

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