Schreibkraft
Heiner Frost

November 26, 2016
nach Heiner Frost
Keine Kommentare

Blauer Fleck am Boden

Was ist schon ein Rahmen? Eine Art Bedingung vielleicht. Eine Gebrauchsanweisung. Eine sichtbarunsichtbare Grenze. Wieso unsichtbar? Man muss die Eingrenzung erst verstehen – sie beginnt jenseits des Gefäßes. Rahmen sind – wie soll man sagen – Bilderbehältnisse. Und Gefängnisse.
Da wundert es nicht, dass die Kunst gegen das Begrenztsein aufbegehrt, und man muss im eigenen Hirn die Grenze wegschalten, wenn plötzlich ein Bild rahmenlos dasteht, -hängt, -liegt.

Weiterlesen →

November 26, 2016
nach Heiner Frost
Keine Kommentare

Der Weg zum kleinen Glück

Foto: Rüdiger Dehnen

Wolfgang Scheerer überlegt. Wie lange es die Wunschbaumaktion schon gibt, kann er gar nicht genau sagen. „Seit zehn Jahren auf jeden Fall. Vielleicht auch länger – ja es müssen mehr als zehn Jahre sein.“ Dass Scheerer die Zahl nicht weiß, ist irgendwie schön. Es geht schließlich nicht um diese Zahl – es geht um andere Zahlen. Eigentlich geht es nicht einmal um Zahlen. Es geht um Menschen. Junge Menschen. Kinder. Es geht um die, für die (auch zu Weihnachten) oft genug Wünsche unerfüllt bleiben. Am Wunschbaum in Scheerers Geschäft hängen Karten. Auf den Karten: Ein Name, ein Alter, ein Wunsch.

Weiterlesen →

November 17, 2016
nach Heiner Frost
Keine Kommentare

b.29 – lachmalwieder

Foto: Gert Weigelt

Beim Ballett gewesen. Gelacht. Ja, geht denn das? Darf denn das? Der Reihe nach …
Ausgehungert sehnt man sich b.29 entgegen. Der tanzlose Sommer hat Begehrlichkeiten geweckt. Fast ist man leergelaufen. Jetzt also endlich wieder: Großes Tanztheater. Balanchine, Schläpfer, Robbins. Tschaikowsky im Mozartgewand, Lutoslawskis Konzert für Orchester als Centerpiece à la Schläpfer und zum Schluss Chopin von Jerome Robbins.

Weiterlesen →

November 4, 2016
nach Heiner Frost
Keine Kommentare

Klettertour im Traditionsmassiv

Foto: Rüdiger Dehnen

Gefunkt hat es. Sagt Harald Kunde, Chef des Museums Kurhaus Kleve, das seinen Namen gern verkleinert schreibt: mkk. Wenn Kunde vom Funken spricht, meint er die Kunst. Es  geht um Arbeiten der in Kleve lebenden Künstlerin Gitta van Heumen-Lucas.

Weiterlesen →

November 3, 2016
nach Heiner Frost
Keine Kommentare

Die Päpstlichen

Foto: Rüdiger Dehnen

Eigentlich wäre es mindestens eine 100.000-Euro-Frage: Wo befindet sich die päpstliche Hofglasmalerei Derix? A) Bologna B) Rom C) Kevelaer D) Madrid. Nichtniederrheiner würden sich mit der Antwort schwer tun – es sei denn, sie kämen aus Hiroshima, wären schon in Versailles gewesen, in Boston oder Island, denn überall dort hat die „Päpstliche Hofglasmalerei“Derix aus Kevelaer schon für Fenster gesorgt. Aber der Reihe nach …

Weiterlesen →

September 29, 2016
nach Heiner Frost
Keine Kommentare

Küche, Kirche, Krankenwagen

Paul Meurs hat sich herangepirscht: An die Menschen. An das Leben. An Gott. Vielleicht ist ‚heranpirschen‘ das falsche Wort – man denkt an Jagd und Wild. Wie aber beschreibt man den Weg, wenn einer Koch lernt, dann Rettungssanitäter wird, anschließend Erzieher lernt und am Ende Priester ist? Man könnte sagen: Es passt. Meurs ist seit Mitte August der neue katholische Anstaltsseelsorger der LVR Landesklinik in Bedburg-Hau.

Weiterlesen →

September 26, 2016
nach Heiner Frost
1 Kommentar

Wer von Fischen lernt

Wer von den Fischen lernt, kann schnell am Fliegen scheitern. Es geht um Körperverletzung. Die Geschädigten: Eine Frau, ein Säugling. Auf der Anklagebank: Ein Wicht. 1,60 Meter bis zum Scheitel, aber was sagt das schon aus über die Eruptionen einer Seele?

Weiterlesen →

September 23, 2016
nach Heiner Frost
Keine Kommentare

Ein Mann namens Bont

Die Fahne träumt schlaff am Mast. Würde Wind wehen, zeigte sie ein weißes Kreuz auf rotem Grund.  La Suisse.
Roman Bont, Nationalität: Schweizer. Derzeitige Adresse: Niederrhein Camping, Xanten-Obermörmter, Husenweg 151 A. Vor einer Woche feierte er Geburtstag – einen der schönsten seines Lebens, sagt er und lächelt. Wie gerät ein Eidgenosse auf niederrheinisches Territorium? Bont beginnt seine Erzählung – es ist eine von den Geschichten, an deren Ende man mit einer Maulsperre dasitzt: Die Kiefer wollen nicht mehr aufeinanderfinden – so weit steht der Mund vor Staunen  offen.
Dass Bont nebst Zugmaschine und Wohnwagen vorübergehend in Niedermörmter anzutreffen ist, hat mit Gitta zu tun und mit dem Zahnarzt in Valencia. (Man möchte Comiczeichner sein. In die Denkblase würde man jetzt ???!!! schreiben.)

Weiterlesen →