Schreibkraft
Heiner Frost
wwwpaulmeurs

September 29, 2016
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Küche, Kirche, Krankenwagen

Paul Meurs hat sich herangepirscht: An die Menschen. An das Leben. An Gott. Vielleicht ist ‚heranpirschen‘ das falsche Wort – man denkt an Jagd und Wild. Wie aber beschreibt man den Weg, wenn einer Koch lernt, dann Rettungssanitäter wird, anschließend Erzieher lernt und am Ende Priester ist? Man könnte sagen: Es passt. Meurs ist seit Mitte August der neue katholische Anstaltsseelsorger der LVR Landesklinik in Bedburg-Hau.

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wwwbont

September 23, 2016
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Ein Mann namens Bont

Die Fahne träumt schlaff am Mast. Würde Wind wehen, zeigte sie ein weißes Kreuz auf rotem Grund.  La Suisse.
Roman Bont, Nationalität: Schweizer. Derzeitige Adresse: Niederrhein Camping, Xanten-Obermörmter, Husenweg 151 A. Vor einer Woche feierte er Geburtstag – einen der schönsten seines Lebens, sagt er und lächelt. Wie gerät ein Eidgenosse auf niederrheinisches Territorium? Bont beginnt seine Erzählung – es ist eine von den Geschichten, an deren Ende man mit einer Maulsperre dasitzt: Die Kiefer wollen nicht mehr aufeinanderfinden – so weit steht der Mund vor Staunen  offen.
Dass Bont nebst Zugmaschine und Wohnwagen vorübergehend in Niedermörmter anzutreffen ist, hat mit Gitta zu tun und mit dem Zahnarzt in Valencia. (Man möchte Comiczeichner sein. In die Denkblase würde man jetzt ???!!! schreiben.)

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wwwbuehne

September 20, 2016
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Wenn die Schutzengel abreisen

Die Beschränkung beginnt beim Setzen der Ortsmarke. Man möchte nicht „Bedburg-Hau“ schreiben – man möchte mindestens die Welt zur Ortsmarke erklären … oder die eigene Seele. Man muss hin. Und kann nicht. Aber man muss. Man muss sich einlassen auf ein Elend, das die Seele ankratzt, angreift, umstülpt. Man muss diesen Ort betreten, von dem die Schutzengel längst geflohen sind. Zurück bleibt das Grauen.
wwwoper

September 18, 2016
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Kulturhauptstadt – vielleicht

Natürlich kann man sich aufmachen und die Metropolen besuchen. Paris, London, Berlin, Barcelona – öffentliche Städte. Man kennt die Bilder – die Erwartungen sind programmiert. Die einen kommen zum Shoppen – andere zum Chillen. Manche auch wegen der Kultur. All das gibt es reichlich in diesen Städten, die man im Reisezeitalter auch Destinationen nennt. Wer es etwas anders möchte, der könnte vielleicht in Temeswar fündig werden.

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wwwschrott

September 5, 2016
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Nichts als Schrott und Schulden

Eigentlich war die Sache anders geplant. Die Angeklagten wollten Geld abheben. Stattdessen haben sie Schulden gemacht. Sie sind Erfolglose auf der ganzen Linie. Das Abheben des Geldes war – genau genommen – eher ein Absprengen. Der Staatsanwalt spricht vom „Freisetzen von Kernenergie“, aber es geht nicht um Radioaktivität. Es geht um das Sprengen von Geldautomaten. Gibt es ein Rezept? Ja. Auch Anleitungen gibt es. „Wir haben uns auf Youtube ein Video angesehen und dann dachten wir: Das machen wir jetzt auch.“

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wwwgericht

August 18, 2016
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Ein Nein ist kein Vielleicht

Es ist einer dieser Prozesse, bei denen es um Grenzüberschreitungen geht. Es geht darum, dass ein Nein ein Nein ist – nichts anderes. Ausnahmen von dieser Regel gibt es nicht. Es ist einer von dieser Prozessen, bei denen man den Stift wegwerfen möchte, denn man will nicht schreiben müssen, dass da einer ist, der die Intimität seiner Opfer in Besitz nimmt und sich zum Herrscher aufschwingt, dem die Untertanen gefällig zu sein haben. Man will nicht nachzeichnen, wer wen an welchen Stellen berührt hat und zu welchen Handlungen es gekommen ist. Man sucht nach der Trennlinie, die den netten Menschen vom Täter scheidet. Der Angeklagte, fast alle Opfer sagen das, war anfangs irgendwie nett. „Er hatte irgendwie zwei Gesichter“, wird eine von ihnen sagen. Gab es Gewalt? Es gibt Definitionsunschärfen. Wo beginnt die Gewalt?  Man hört zu und am Ende möchte man sich unter die Dusche stellen …

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