Schreibkraft
Heiner Frost

Juni 18, 2017
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Schluss mit knastig

Foto: Rüdiger Dehnen

Vielleicht wird Klaus-Dieter Schweinhagen am 1. Oktober seinen Wecker entsorgen: Sperrmüll, Kleinanzeigen, privates Lebensmuseum – wer weiß das schon. Fest steht: Er wird ihn nicht mehr brauchen, und er wird das genießen. Weckerlose Zeiten werden wahlweise Urlaub oder Ruhestand genannt – für Schweinhagen gilt Letzteres und er ist nach eigener Aussage „finster entschlossen“, mit dem Vollzug nichts mehr an der Mütze zu haben.

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Juni 6, 2017
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Grünspeks Honigsegen

Die Sache ist so klar, dass man sich fragt, warum nicht schon längst jemand mit dieser Idee um die Ecke gekommen ist: Den Leuten Honig um den Mund schmieren. Glückstherapie der besonderen Art. Der Honig – gewissermaßen rein virtuell. Bisher jedenfalls. Jetzt kommt einer und nimmt die Sache wörtlich …

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Mai 19, 2017
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Inside Kurhaus oder: Lachmalwieder

Man hat sich an das Sommertagsaugenzwinkern im Kurhaus gewöhnt. Man weiß, dass der Weg sich lohnt. Und eines ist mal sicher: Daran hat sich nichts geändert. Wenn „Inside Intensity – The Anniversary Show“ heute abend „auf Sendung geht“, dann ist, wer beim Durchstöbern der Ausstellung nicht mindestens einmal lacht (lachen – nicht lächeln) wahrscheinlich an einer Griesgrämi a maxima (Schwere Griesgrämie) erkrankt. Zehn Räume, zehn Künstler, zehn Ansätze, die Welt und den Wahnsinn zu betrachten.

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Mai 15, 2017
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Das Nächste bitte.

Foto: Rüdiger Dehnen

Hand aufs Herz: Im Nachhinein haben es doch alle vorher schon gewusst. Das Wort des anbrechenden Abends: Erdbeben. Dabei hat doch nichts gebebt. Abgewählt die einen – durchgekommen die anderen. Wäre es umgekehrt gewesen, wäre es umgekehrt gelaufen. Es musste doch so kommen.

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Mai 7, 2017
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„Dafür kann ich einen totschlagen“

Vorurteile

Da sitzt man allein und wundert sich. Sollten nicht alle Kollegen da sein? Schließlich gilt es, sich auf die Spur der Vorurteile zu machen. Ein Tätowierer treibt Drogenhandel, ist bewaffnet, ehemaliger Höllenengel und im Zusammenhang mit ihm fällt des öfteren der Begriff „Reichsbürger“. Das müsste ausreichen, den ganz großen Bahnhof zu aktivieren. Stattdessen sitzt man allein auf der Pressebank … nun ja – vielleicht taucht noch jemand auf von den Kollegen. Im Publikum – man mag es kaum schreiben: Ein Mann mit Hitlerfrisur. Den müsste man fotografieren, aber man traut sich nicht. Vielleicht schlüge der einem das Werkzeug aus der Hand.

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April 28, 2017
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Ausflug ins Fragile

Espresso Corretto

So sollte es immer sein: Espresso zuerst. Corretto vielleicht – mit einem Schuss
Grappa. Gedankenflügelmacher. Die Wohnung: Oben. Das Atelier: Unten. In Bodennähe.
Längst ist man mit dem nötigen Verlangen bestückt, einen Blick auf all die Ungeküssten
zu werfen, die noch in Pappschachteln ruhen und auf das Ausgestelltsein warten.
Unberührte Schönheiten.

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April 25, 2017
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Theater der Geschichte

Der Auftrag

Der Auftrag kam im Herbst des vergangenen Jahres. Auftraggeber: Die Stadt Kleve. Auftragsnehmer: Theater im Fluss. Gegenstand des Auftrags: Eine Theaterproduktion. Klingt einfach – ist es aber nicht, denn 775 Jahre Stadtgeschichte sind ein mächtiger Steinbruch …

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April 25, 2017
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Einträge ins Klever Stammbuch

Foto: Rüdiger Dehnen

Ein bedeutender Tod

Der 25. März 1609 ist ein bedeutender Tag in der Geschichte der Klevischen Geschichte, denn damals starb in der Düsseldorfer Hauptresidenz der letzte Herzog von Kleve. Johann Wilhelm hieß er – war zweimal verheiratet und ohne Nachkommen. Der Herzog war nicht gesund. „… in seinem Gemüt geschwächt war er“, heißt es in einem Text aus dem Werk, das im Todesjahr des Herzogs erstmals erschien. Die Rede ist vom „Stammbuch der Grafen und Herzöge von Kleve“. Auf 41 Blättern (38 Holzschnitte und drei Kupferstiche) findet sich ein „Album der Herzöge“.

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